BdP demonstriert gegen rechtes Gedankengut

Pfadfinder gehen in Kaiserslautern auf die Straße

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Am Samstag, dem 14.03.2015 versammelten sich Bürgerinnen und Bürger, Vertreter der politischen Parteien sowie Vertreter von Organisationen und Institutionen aus dem Stadtgebiet auf dem Schillerplatz in Kaiserslautern.

Auch wir vom Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) hatten mit den Stämmen Kurpfalz aus Ramstein und Goten aus Kaiserslautern zur Teilnahme an dieser Demonstration aufgerufen.

Mit Musik und Redebeiträgen des Arbeitskreises „Toleranz und Integration Kaiserslautern“ (AK TIK), der “Friedensinitiative Westpfalz e.V.“ und dem DGB, Region Westpfalz, wollten wir uns für die Willkommenskultur der Stadt Kaiserslautern gegenüber Asylbewerberinnen, -bewerbern und Flüchtlingen einsetzen.

Wir sind uns der Probleme in einer Stadtgesellschaft, die Menschen in prekären Lebenssituationen erlebt und sich der Aufgabe zur Betreuung und Begleitung von Asylbewerberinnen, -bewerbern und Flüchtlingen gegenüber sieht, bewusst.

Wir haben mit diesem Friedensevent die angelaufene Arbeit der Stadt Kaiserslautern und der verschiedensten Organisationen und Institutionen unterstützt, die sowohl den Menschen, die in unserer Stadt in prekären Lebensverhältnissen stecken, als auch denen, die als Asylsuchende und Flüchtlinge, die Schutz und Unterkunft hier suchen und auch finden sollten, helfen.

Eine Tanzgruppe junger Frauen der eritreischen Gemeinde eröffnete die Veranstaltung, welche vom Radiosender RPR1 moderiert wurde.

Der Vorsitzende der eritreischen Gemeinde gab Auskunft darüber, wie er und seine Landsleute in Kaiserslautern aufgenommen worden waren. Viele leben schon seit mehr als 10 Jahren in Kaiserslautern und fühlen sich willkommen und integriert. Die Kinder besuchen die Schule und lernen die deutsch Sprache, was er als unabdingbar ansieht, um sich wirkungsvoll zu integrieren.

Im Anschluss wurde eine Sozialarbeiterin interviewt, welche in Kaiserslautern beim Arbeits- und sozialpädagogischen Zentrum (ASZ) arbeitet und in der Flüchtlingsarbeit tätig ist. Sie berichtete über ganz banale Dinge, bei welchen sie behilflich ist, wie zum Beispiel beim Arztbesuch oder der Übersetzung eines Formulars.

Sehr emotional wurde die Veranstaltung, als zwei syrische Flüchtlinge über ihre Aufnahme in Kaiserslautern berichteten. Der eine lebt schon seit vielen Jahren in Kaiserslautern, sein Landsmann erst seit einem Jahr. Trotzdem berichtete der Letztgenannte in gutem Deutsch über seine Beweggründe, sein Land und auch Teile seiner Familie zu verlassen. Der Krieg bestimmt den Alltag. Alle fürchten um Leib und Leben. „Wir sind doch alle Menschen, welche in Frieden leben möchte“, so sein Aufruf.

In seinem Schlusswort mahnte Pfarrer Detlev Besier, welcher auch gleichzeitig der Vorsitzende des AK TIK ist, alle politischen Parteien zusammen zu stehen und den Rechten eine Absage zur erteilen. Er forderte die Stadtgesellschaft auf, in ihren demokratischen Bestrebungen nicht nachzulassen.

Abschließend verweis er auf die Kundgebung am Mittag am Asternweg, wo sich eine Sammelunterkunft für Flüchtlinge befindet. Dort wolle man gemeinsam ein Friedensfest feiern.

Wir, die Pfadfinderinnen und Pfadfinder des BdP, wollten mit der Teilnahme ein Zeichen setzten und wenden uns entschieden gegen alle Aufrufe, die Hass und Angst gegenüber Fremden schüren und ein Klima der Fremdenfeindlichkeit und sozialen Unsicherheit provozieren.

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Charly
BdP Stamm Goten Kaiserslautern